Die normale Körperfunktionen der gesunden Katze:

Atemzüge 20-25 pro Minute
Körpertemperatur bis 39,5°C
Pulsschläge ca. 110-170

Schweißabsonderung nur an den Ballen möglich, schwitzt bei Angst oder Krankheit.
Haarwechsel im Frühjahr und Herbst. Der eigentliche Glanz des Haares kommt erst mit dem Erwachsensein mit ca. 6 Monaten.
Die Aufnahme des Futters erfolgt nicht wie beim schlingenden Hund als Herdentier. Die Katze ist Individualist. Einzeljäger in der Natur, sucht sie sich ihr Plätzchen und nimmt das Futter behäbig auf. Stücke der Beute werden abgerissen und abgeschluckt. Der gesunde Magen vermag relativ große Mengen aufzunehmen. Die raue Zunge dient zur Pflege des Haarkleides wie auch zur Flüssigkeitsaufnahme. Wie bei allen Fleischfressern ist der Darm kurz, der Magen sehr ausdehnungsfähig und der Magensaft scharf.

Die Körpersprache der Katze ist leicht übersetzbar:
Will eine Katze Aufmerksamkeit erregen, reibt sie sich an den Beinen des Menschen oder an Möbelstücken o.ä. mit hochgestelltem Schwanz,
steil aufgestellter Schwanz: man fühlt sich wohl.
Langsamer, zuckender Schlag mit Schwanz: keine Feindschaft, Zuneigung ist im Wachsen.
Vibriert die Schwanzspitze: Vorsicht! Katze ist misstrauisch, lässt sich nicht mehr alles gefallen.
Schlagen des Schwanzes: Zorn und Schmerz, Erregungszustand.
Katzenbuckel: zeigt Kampfbereitschaft an, dabei sind die Ohren angelegt.

Wer eine Katze untersuchen oder behandeln, sie bürsten will oder sonst etwas mit ihr vor hat, tut gut daran, sie mit beiden Händen in rascher Reihenfolge von hinten am Kopf zu streicheln, leicht zu massieren, - das beruhigt sie ungemein und nimmt ihr die Angst, auch eine Spritze wird ohne Abwehr ertragen.

Etwas über Charakter und Verhalten

Über das Wesen der Katze - im Vergleich zum Hund - gibt es einen lustigen Vergleich: Der Hund, sagt man, ist ein Angestellter, die Katze dagegen ein freier Mitarbeiter. daran ist viel wahr. Eine Katze lässt sich nichts befehlen. Sie hört zwar auf ihren Namen und weiß, dass sie damit gemeint ist. Aber deshalb kommt sie noch lange nicht. Sie kommt im Grunde nur, wenn das Kommen auch ihren eigenen Wünschen entspricht. Katzen kann man nicht zwingen. Sie verhalten sich so, wie sie selbst es wollen. Man muss sie nehmen, wie sie sind, und lassen sich nicht abrichten.

Während für den Hund der Mensch die entscheidende Beziehungsfigur ist, sozusagen sein Lieber Gott, spielt bei der Katze der Mensch nur die zweite Geige. Er ist, meinen die meisten Katzen, eigentlich nur dazu da, die Katze zu bedienen. Es gehört viel Mühe und Einfühlungsgabe dazu, um eine Katze durch liebevolle Pflege und Verständnis an sich zu binden. Sie entschließt sich dann freiwillig dazu, dem Menschen ihre Zuneigung und Anhänglichkeit zu geben. Wenn aber eine Katze - insbesondere in früher Jugend - schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, wird das in ihren kleinen Gehirnwindungen so einprogrammiert, dass sie diese Lehre ihr ganzes Leben lang nicht wieder vergisst. Sie bleibt dann scheu und ängstlich, abweisend und kratzbürstig, ohne dass der Mensch sich vorstellen kann, worin die Ursache liegt. Manche Katzen werden durch eine solche psychische Störung unweigerlich geprägt. Es ist eine alte Meinung - die auch oft zutrifft, dass eine Katze mehr an ihrem Haus, ihrer Wohnung hängt als an einem bestimmten Menschen. Daher macht es der Katze weit weniger als einem Hund aus, wenn sie bei einer Urlaubsreise ihrer Familie zu Hause bleiben muss und von Freunden oder Bekannten betreut wird. So lange diese sie ein- bis zweimal täglich mit Futter versorgen, die sanitären Verhältnisse mit dem Klo in Ordnung halten (wobei in dieser Zeit zwei Klos ratsam sind), ist die Katze zufrieden. Sie ist ja in ihrem gewohnten Zuhause und braucht sich nicht umzugewöhnen.
Allerdings gibt es auch Katzen, die Sie unbedenklich mit auf Reisen nehmen können. Ein Risiko stellt das gewiss dar, denn eine neue Umgebung regt jede Katze auf. In seltenen Fällen kann sie vor lauter Bestürzung über fremdartige Verhältnisse sogar weglaufen.
Katzen sind in ihren Wünschen hartnäckig. Wenn Ihre Katze, die Sie möglicherweise von der Küche oder einem anderen Raum fernhalten wollen, sich in den Kopf gesetzt hat, doch dort aufzutauchen, wird sie nicht müde werden, das zu versuchen. Sie können ziemlich sicher sein, dass es ihr gelingt. Und letzten Endes werden Sie eher kapitulieren als Ihre Katze. Aber gerade solche Eigenschaften, die höchst individuell und Ausdruck einer selbständigen Persönlichkeit sind, machen jede Katze - Ihre Katze - liebenswert.
Meinen Sie nicht auch?!
Ihre Katze in gesunden und in kranken Tagen zu helfen, Ihnen Fingerzeige für Mittel zu geben, die jeder ohne weiteres verwenden kann und mit denen er seiner Katze nur Gutes tut, das ist der Sinn dieses Buches.
Geschrieben habe ich es als Tierarzt, weil ich - genau wie Sie - diese zauberhaften, samtpfotigen Geschöpfe liebe und glaube, dass Sie viel dank homöopathischer Arzneien Ihrer Katze in kranken Tagen viel besser zur Seite stehen können, als Sie sich bisher zugetraut haben.
Damit Ihre Katze gesund bleibt und gesund wird, lesen Sie mein Buch !

Wann ist eine Katze krank?

Sie verhält sich anders als sonst, das merkt der Katzenfreund als erstes.

Liegt sie apathisch da, wo sie früher gespielt hat,
verweigert sie das gewohnte Futter,
sucht sie ihre Gesellschaft, lässt sie sich nur ungern anfassen,
läuft sie dauernd aufs Katzenklo,
tränen die Augen oder niest sie
oder plagt sie der Durchfall,
dann ist es Zeit, sich um das Kätzchen intensiv zu kümmern!

Ausschnitte aus dem Buch:
Unsere Katze gesund
durch Homöopathie
H.G. Wolff